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Aus der Sicht eines Arztes
Wahrscheinlich ist keine Krankheit in der westlichen Welt mehr gefürchtet als Krebs, da ja bisher tatsächlich wenig über die Ursachen, mit der Ausnahme von Rauchen, bekannt ist. Die Forschungsergebnisse hinsichtlich Alkoholkonsum und Krebs waren bis vor kurzem uneinheitlich und widersprüchlich.

Wir wissen jetzt, dass Alkoholmissbrauch mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht wird, vornehmlich Krebs des Hals-Rachen-Raums, der Leber und des oberen Verdauungstraktes. Für moderate Alkoholtrinker jedoch sind die neuesten Forschungsergebnisse ermutigend:

Die Amerikanische Krebsgesellschaft berichtet von einer Studie aus dem Jahre 1998, in der die Krebssterblichkeit von Leuten, die 1,5 - 3 Drinks (12 g) pro Tag tranken, verglichen mit Abstinenzlern, um 20% geringer war. Ähnliche Ergebnisse wurden 1998 auch von Dr. Serge Renaud veröffentlicht; in seiner Studie tranken die Männer 2-3 Drinks am Tag. Bei mehr Drinks am Tag stieg das Krebsrisiko jedoch wieder an.

Wie kann moderater Alkoholkonsum schützen?

Die gleichen Antioxidantien in Wein und Bier, die vor Herzkrankheiten schützen, vermindern auch das Krebsrisiko.

Antioxidantien?
Man nimmt an, dass Resveratrol, ein Antioxidant, das in großen Mengen in Rotwein vorkommt, die weitere Entwicklung des Krebses verhindert. Quercetin, ein weiteres Antioxidant (in Wein und Bier, wie auch in Schalotten, Knoblauch und Zwiebeln) soll das Risiko von Magenkrebs, Leukämie und Eierstockkrebs mindern. Als Schutzmechanismus wird vermutet, dass die Oxidation, welche für die Initiation und Progression des Tumors verantwortlich ist, gehemmt wird.

Kurz zusammengefasst: Es ist möglich, dass die Antioxidantien durch folgende Mechanismen vor Krebs schützen:

  • Schutz der DNA vor oxidativem Schaden
  • Induktion von Enzymen, die vor bösartigen Mutationen schützen
  • Förderung normaler Zellteilung und –reifung
  • Hemmung des Krebszellenwachstums
  • Unterstützung der Chemotherapie

Es ist wichtig zu betonen, dass wir noch ganz am Anfang sind, diese Zusammenhänge zu verstehen. Krebsentstehung und Krebsschutz sind komplexe Sachgebiete und mehr Forschung ist notwendig. Bitte fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie genauere Informationen zu diesem Thema möchten.

LINKS

www.krebsinformation.de